Löten für Anfänger in einfachen Schritten 06.06.2016 16:28

Bei den meisten Robotern ist das Löten nicht nötig, um Bauteile miteinander zu verbinden. Allerdings werden Sie als passionierter Robotikfan über kurz oder lang wohl eher nicht um diesen handwerklichen Griff herumkommen. Zum Glück steckt hinter dem Löten keine Wissenschaft. Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie mit Lötkolben und Lötzinn an Ihrem Roboter arbeiten können.

Das brauchen Sie für Ihre Arbeit

Bevor Sie damit beginnen können, Teile in Ihrem Roboter zu verlöten, benötigen Sie zuerst einmal die passenden Werkzeuge dafür. Für den Einstieg reicht ein einfacher Lötkolben, die Breite der Spitze ist dabei nebensächlich. Wenn Sie häufiger etwas an Ihrem Roboter löten möchten, lohnt sich aber auch die Anschaffung einer ganzen Lötstation. Da der Kolben je nach Bauart bis zu 450 °C heiß werden kann, sollten Sie Ihre Werkstatt unbedingt mit einer robusten Lötplatte ausstatten. Seitenschneider, Schutzbrille und Entlötpumpe leisten ebenfalls gute Dienste. Zu guter Letzt benötigen Sie zum Löten natürlich auch noch geeigneten Lötzinn. Zum Einstieg empfehlen wir eine Legierung mit Blei.

Eine gute Vorbereitung ist beim Löten essenziell

Nachdem Sie alle Werkzeuge bereitgelegt haben, wird es Zeit, den Lötkolben einzustecken und aufzuheizen. Sofern er - so wie bei einer Lötstation - regulierbar ist, empfehlen wir eine Temperatur von 330 °C. Zum üben könnt Ihr die Temperatur etwas höher regulieren, da sich mit höheren Temperaturen schneller ein Erfolgserlebnis einstellt. Damit Sie ein gutes Arbeitsergebnis erzielen, muss die Spitze des Lötkolbens sauber sein. Deshalb wird sie vor dem Benetzen mit Lötzinn immer kurz auf der Unterlage abgestrichen.

Die ersten Schritte beim Löten

Um zum Beispiel zwei Drähte miteinander zu verbinden, werden diese am besten gekreuzt und mit einer helfenden Hand fixiert. Jetzt erhitzen Sie die Kreuzstelle etwa drei bis fünf Sekunden lang mit dem Lötkolben. Erst dann schieben Sie nach und nach so viel Lötzinn hinzu, bis die gesamte Kreuzstelle umschlossen ist. Wenn Sie hier sauber gearbeitet haben, wird es Ihnen anschließend unmöglich sein, die gelötete Stelle wieder aufzubrechen. Mit ein bisschen Übung können Sie auf diese Weise auch parallel zueinander liegende Drähte löten. Es ist wichtig, dass vor dem eigentlichen Löten immer erst die Bauteile erhitzt werden, weil sonst keine saubere Verbindung hergestellt werden kann und Strom dann nicht richtig fließt.

Bauteile auf einer Platine festlöten

Dinge auf eine Platine zu löten ist schon ein bisschen schwieriger. Zuerst bringen Sie auf der Platine die Bauteile an, und zwar so, dass die Drähte auf der Seite herausschauen, die mit Kupferpunkten oder -streifen bestückt ist. Fixieren Sie jetzt das Bauteil auf der gewünschten Position der Platine und achten Sie darauf, dass die Beinchen nicht verbogen werden. Das erschwert Korrekturen. Jetzt erhitzen Sie den Draht des Bauteils ebenso wie das Kupferteil auf der Platine. Wie im vorangegangenen Beispiel wird das Lötzinn erst anschließend auf die zu lötende Stelle aufgetragen.

Korrekturen: kleine Kleckser entlöten

Gerade in der Anfangszeit wird es Ihnen beim Löten häufiger passieren, dass Sie einen Fehler machen. Der Vorgang, bei dem das Lötzinn wieder entfernt wird, wird "Entlöten" genannt. Bereiten Sie Ihre Entlötpumpe oder die Entlötlitze vor, ehe Sie die fehlerhafte Stelle mit dem Lötkolben erhitzen und verflüssigen. Jetzt können Sie das Zinn mit der Pumpe aufsaugen oder durch die Litze einfangen und abstreifen.

Zum Abschluss ein paar praktische Tipps beim Löten

Wenn die Lötstelle oder das Lötzinn zu kalt sind, entsteht eine mangelhafte Verbindung. Sie leitet Strom schlecht und könnte brechen. Deshalb sollten Sie immer erst die Bauteile ausreichend erhitzen, dann das Zinn. Zu viel Hitze kann bestimmten Bauteilen allerdings auch schaden. In diesem Fall kann ein Kühlkörper Schäden vorbeugen. Wenngleich Sie Platinen nicht mit Zinn überschwemmen sollten, ist Geiz hier auch falsch. Denn auch dann werden die Verbindungen instabil.


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